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E-Auto laden mit HEMS: Smart Charging & PV-Überschuss 2026

E-Auto laden mit HEMS: Smart Charging & PV-Überschuss 2026 - dezentralo

Ein HEMS lädt dein E-Auto genau dann, wenn überschüssiger PV-Strom verfügbar ist. Das System misst alle fünf Sekunden den verfügbaren Überschuss am Smart Meter und steuert die Wallbox entsprechend – bei genügend Sonneneinstr ahlung startet der Ladevorgang, bei Wolken wird er pausiert. So nutzt du bis zu 80 Prozent deines selbst erzeugten Solarstroms fürs Auto, statt teuren Netzstrom zu kaufen. Bei 15.000 Kilometern im Jahr sparst du damit rund 750 Euro gegenüber reinem Netzbezug.

PV-Überschussladen: Solarstrom direkt ins Auto

Das HEMS überwacht kontinuierlich die Stromflüsse in deinem Haushalt. Sobald die PV-Anlage mehr Strom produziert als aktuell verbraucht wird, leitet das System den Überschuss automatisch an deine Wallbox weiter. Der Ladevorgang beginnt typischerweise ab 1,4 kW Überschuss bei einphasigem Laden – das entspricht etwa 1.400 Watt verfügbarem Solarstrom. Bei dreiphasigem Laden sind mindestens 4,2 kW nötig, weshalb eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung den Eigenverbrauch deutlich erhöht.

Wie lädt HEMS mein E-Auto mit PV-Strom?

Das HEMS misst über das Smart Meter alle fünf Sekunden den aktuellen Stromfluss am Hausanschluss. Erkennt es einen Überschuss von mindestens 500 Watt, sendet es ein Signal an die Wallbox, die Ladeleistung entsprechend anzupassen. Die Steuerung erfolgt dynamisch: Bei zunehmender Sonneneinstrahlung wird die Ladeleistung erhöht, bei Wolken reduziert oder pausiert. Moderne HEMS nutzen dafür Kommunikationsprotokolle wie OCPP 1.6, Modbus TCP oder EEBUS, um die Wallbox präzise zu regeln.

Ladeleistung Benötigter PV-Überschuss Reichweite pro Stunde (bei 20 kWh/100km) Einsatzbereich
1,4 kW (1-phasig) ab 1.400 W ca. 7 km/h Morgens/abends bei schwacher Sonne
3,7 kW (1-phasig) ab 3.700 W ca. 18 km/h Mittags bei mäßiger Einstrahlung
7 kW (3-phasig) ab 7.000 W ca. 35 km/h Sonnige Tage, 5-7 kWp PV
11 kW (3-phasig) ab 11.000 W ca. 55 km/h Optimale Bedingungen, 8-10 kWp PV
22 kW (3-phasig) ab 22.000 W ca. 110 km/h Nur bei sehr großer PV-Anlage (12+ kWp)

Brauche ich Batteriespeicher für PV-Laden?

Ein Batteriespeicher ist keine Voraussetzung für PV-Überschussladen, erhöht aber die solare Deckung erheblich. Ohne Speicher lädt dein E-Auto nur tagsüber bei Sonnenschein – typischerweise zwischen 10 und 16 Uhr. Mit einem Speicher von 10-15 kWh kannst du auch abends laden, wenn die PV-Anlage keinen Strom mehr liefert. Die HTW Berlin ermittelte 2024, dass Speicher die solare Deckung beim E-Auto-Laden von 35 auf 65 Prozent steigern können. Bei 15.000 Kilometern im Jahr bedeutet das zusätzliche 450 Euro Ersparnis.

Pro Speicher:

  • Laden auch nach Sonnenuntergang mit Solarstrom möglich
  • Solare Deckung steigt von 30-40 Prozent auf 60-70 Prozent
  • Haushaltsverbrauch und E-Auto konkurrieren nicht um denselben PV-Strom
  • Notstromversorgung bei Netzausfall (je nach System)

Contra Speicher:

  • Anschaffungskosten 6.000-12.000 Euro für 10-15 kWh
  • Speicherverluste von 10-15 Prozent bei Ein- und Ausspeicherung
  • Amortisation dauert 8-12 Jahre ohne Förderung
  • Tagesladung während Arbeitszeit oft ausreichend

Für Berufspendler, die tagsüber zuhause parken, ist PV-Überschussladen ohne Speicher bereits sehr wirtschaftlich. Wer abends lädt, profitiert deutlich von einem Batteriespeicher. Eine Alternative ist die Kombination mit dynamischen Stromtarifen, die nachts günstigen Netzstrom für 15-20 Cent pro kWh bieten.

Kompatible Wallboxen: Diese Modelle funktionieren mit HEMS

Nicht jede Wallbox lässt sich von einem HEMS steuern. Entscheidend ist die Unterstützung mindestens eines der drei gängigen Kommunikationsprotokolle: OCPP (Open Charge Point Protocol), Modbus TCP oder EEBUS. OCPP 1.6 ist der verbreitetste Standard und wird von den meisten HEMS-Herstellern unterstützt. Modbus TCP funktioniert zuverlässig, erfordert aber oft manuelle Konfiguration. EEBUS ist der neueste Standard, der ab 2025 für die Erfüllung von Paragraph 14a EnWG relevant wird, aber noch nicht flächendeckend implementiert ist.

Welche Wallboxen funktionieren mit HEMS?

Die folgende Tabelle zeigt zwölf der meistverkauften Wallboxen in Deutschland mit HEMS-Kompatibilität. Alle Modelle unterstützen mindestens ein gängiges Kommunikationsprotokoll und lassen sich in bestehende Energiemanagementsysteme integrieren. Die Preise stammen aus Recherchen von Dezember 2025 und können je nach Händler variieren.

Hersteller Modell Ladeleistung Protokoll Preis (ca.) HEMS-Kompatibilität
go-e Charger Gemini 11/22 kW OCPP 1.6, Modbus TCP 640-700 € Herstellerunabhängig
Wallbe Eco 2.0s 11 kW OCPP 1.6, Modbus TCP 600-800 € Herstellerunabhängig
Heidelberg Amperfied Connect.Solar 11 kW EEBUS, Modbus TCP 700-900 € Kompatibilitätsliste verfügbar
ABL eMH1 11/22 kW OCPP 1.6, Modbus RTU/TCP 650-850 € Herstellerunabhängig
Mennekes AMTRON 4You 11/22 kW OCPP 1.6, Modbus TCP, EEBUS 900-1.100 € Umfangreiche Kompatibilität
KEBA KeContact P30 11/22 kW OCPP 1.6, Modbus TCP/UDP 800-1.100 € Herstellerunabhängig
Webasto Pure/Next 11/22 kW OCPP 1.6 439-900 € Grundfunktionen
Juice Technology Juice Booster 2/3 11/22 kW Modbus TCP, REST-API 800-1.100 € Mobile Ladestation, flexibel
Easee Home 7,4/22 kW OCPP 1.6, REST-API 950-1.100 € Cloud-basiert
Fronius Wattpilot 11/22 kW OCPP 1.6, Modbus TCP 900-1.000 € Optimal für Fronius-Wechselrichter
SMA EV Charger 22 22 kW EEBUS, Modbus TCP 1.100-1.300 € Direkte SMA-Integration
Smartfox Pro Charger 2 11/22 kW Proprietär + EEBUS 900-1.100 € Teil des Smartfox-Ökosystems

Bei der Auswahl solltest du neben dem Preis auch auf Phasenumschaltung achten. Wallboxen mit automatischer Umschaltung zwischen 1-phasig und 3-phasig erhöhen den Eigenverbrauch um bis zu 20 Prozent, da sie auch bei geringem PV-Überschuss laden können.

Intelligente Ladeplanung: Automatisch und manuell steuerbar

Moderne HEMS kombinieren verschiedene Steuerungsmechanismen, um den Ladevorgang zu optimieren. Die Basis bildet die kontinuierliche Überschussmessung, ergänzt durch Wetterprognosen und zeitbasierte Planung. Du gibst beispielsweise morgens um 7 Uhr ein, dass das Auto um 17 Uhr mit 80 Prozent Ladung bereit sein soll. Das HEMS berechnet anhand der Wettervorhersage, wann optimale Ladebedingungen herrschen, und startet den Vorgang entsprechend.

Kann HEMS Ladezeiten automatisch planen?

Ja, aktuelle HEMS-Systeme planen Ladevorgänge vollautomatisch auf Basis mehrerer Parameter. Du definierst lediglich deine Abfahrtszeit und den gewünschten Ladestand – beispielsweise 80 Prozent bis 8 Uhr morgens. Das System prüft die Wetterprognose für die kommenden 24 Stunden, berechnet die erwartete PV-Produktion und plant die Ladephasen so, dass maximaler Eigenverbrauch erreicht wird. Bei unzureichender Sonne wird automatisch auf günstigen Netzstrom umgeschaltet, sofern ein dynamischer Tarif hinterlegt ist.

Die Wetterprognose-Integration ermöglicht vorausschauendes Laden: An einem sonnigen Tag lädt das System bereits vormittags, um den Mittagsüberschuss zu nutzen. Bei bewölktem Wetter mit klarem Nachmittag verzögert es den Start entsprechend. Diese Intelligenz steigert den solaren Deckungsgrad um 10-15 Prozentpunkte gegenüber reinem Überschussladen ohne Planung.

Kann ich manuell eingreifen?

Jedes HEMS bietet Notfall- und Übersteuerungsfunktionen für unvorhergesehene Situationen. Über die Smartphone-App aktivierst du mit einem Klick den Sofort-Lademodus, der unabhängig vom PV-Überschuss mit voller Leistung lädt – beispielsweise für eine spontane längere Fahrt. Alternativ kannst du die Ladeleistung manuell begrenzen, wenn mehrere Großverbraucher gleichzeitig laufen und der Hausanschluss an seine Grenzen stößt.

Die manuelle Steuerung erlaubt auch das temporäre Abschalten der Wallbox-Steuerung. Nutzt du das Auto beruflich und benötigst morgens garantiert eine volle Ladung, deaktivierst du die Überschussregelung für diese Nacht. Das HEMS lädt dann mit Netzstrom, dokumentiert aber transparent die Kosten, sodass du den Mehraufwand nachvollziehen kannst.

Priorisierung und Lastmanagement: E-Auto vs. Speicher vs. Haushalt

In einem typischen Haushalt konkurrieren mehrere Verbraucher um den verfügbaren PV-Strom: Haushaltsgeräte, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox. Das HEMS regelt diese Konflikte nach festgelegten Prioritäten. Standardmäßig hat der Grundbedarf des Haushalts immer Vorrang – Kühlschrank, Licht und laufende Geräte werden niemals gedrosselt. Der verbleibende Überschuss wird dann auf die steuerbaren Verbraucher verteilt.

Wie priorisiert HEMS E-Auto vs. Speicher?

Die Priorisierung zwischen E-Auto und Batteriespeicher hängt vom konfigurierten Szenario ab. Die meisten HEMS bieten drei Modi: In der "Speicher-Vorrang"-Einstellung wird zuerst die Batterie geladen, danach das Auto. Dieser Modus maximiert die Notstromreserve und den abendlichen Eigenverbrauch. Der "Auto-Vorrang"-Modus lädt zuerst das E-Auto, da dieses typischerweise höhere Ladegeschwindigkeiten benötigt und nur zeitlich begrenzt verfügbar ist.

Am flexibelsten ist der "Intelligente Modus": Das System berechnet, ob der prognostizierte PV-Ertrag ausreicht, um beide Verbraucher zu laden. Ist genug Überschuss vorhanden, lädt es parallel. Bei knappem Angebot priorisiert es basierend auf deinen Angaben – beispielsweise "Auto bis 14 Uhr, danach Speicher". Diese dynamische Anpassung verhindert Netzbezug und maximiert den Eigenverbrauch.

Verbraucher Standardpriorität Typische Leistung Steuerbarkeit Auswirkung bei Drosselung
Haushalts-Grundlast 1 (höchste) 200-800 W Nicht steuerbar Keine – immer aktiv
Wärmepumpe (Warmwasser) 2 1.500-3.000 W Zeitlich flexibel Verzögerte Aufheizung, thermischer Puffer vorhanden
Batteriespeicher 3 3.000-5.000 W Jederzeit steuerbar Abendlicher Netzbezug steigt
E-Auto (Wallbox) 3-4 (konfigurierbar) 1.400-11.000 W Stufenweise regelbar Längere Ladezeit oder Netzbezug nötig
Wärmepumpe (Heizung) 5 2.000-5.000 W Thermisch pufferbar Geringfügiger Komfortverlust bei langer Drosselung
Durchlauferhitzer Nie drosseln 18.000-27.000 W Nicht steuerbar Funktionsausfall – darf nie gedrosselt werden

Das HEMS überwacht auch den Hausanschluss kontinuierlich. Droht die Überschreitung der verfügbaren Leistung – typisch sind 11 kW oder 22 kW Hausanschluss – reduziert es automatisch die Wallbox-Leistung. Diese Hausanschlussbegrenzung verhindert teure Sicherungsauslösungen und schützt die Elektroinstallation. Bei einem 11-kW-Anschluss lädt das Auto beispielsweise nur mit 7 kW, wenn gleichzeitig die Wärmepumpe mit 4 kW läuft.

Weitere Informationen zur Priorisierung verschiedener Verbraucher findest du in unserem Artikel über Lastmanagement mit HEMS.

Bidirektionales Laden (V2H): E-Auto als Stromspeicher

Vehicle-to-Home (V2H) ermöglicht, dass dein E-Auto nicht nur Strom aufnimmt, sondern bei Bedarf auch ans Haus zurückgibt. Die Batterie deines Autos fungiert dann als zusätzlicher Speicher, der bei Stromausfall oder in teuren Netzstrom-Phasen den Haushalt versorgt. Ein typisches E-Auto mit 60 kWh Batteriekapazität kann einen durchschnittlichen Haushalt drei bis vier Tage autark versorgen – deutlich länger als übliche 10-15 kWh Heimspeicher.

Was ist bidirektionales Laden?

Beim bidirektionalen Laden fließt der Strom in beide Richtungen: vom Netz ins Auto beim Laden und vom Auto ins Haus beim Entladen. Technisch realisiert wird dies durch einen Wechselrichter, der Gleichstrom aus der Autobatterie in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt. Das HEMS steuert diesen Prozess und entscheidet basierend auf Strompreis, PV-Produktion und Hausverbrauch, wann das Auto geladen und wann entladen wird.

Ab Januar 2026 entfallen in Deutschland laut Bundestags beschluss die doppelte Besteuerung für bidirektionales Laden. Strom, der aus dem Auto ins Haus fließt, wird dann nicht mehr mit Netzentgelten und Stromsteuer belastet. Das macht V2H wirtschaftlich deutlich attraktiver: Bei dynamischen Tarifen kannst du nachts für 15 Cent laden und tagsüber mit 40 Cent Ersparnis gegenüber Netzbezug entladen – ein Gewinn von 25 Cent pro kWh.

Hersteller Modell V2H-fähig Batteriekapazität Verfügbar in DE Besonderheiten
Nissan Leaf Ja (CHAdeMO) 40/62 kWh Ja Pionier, seit 2013 V2H-fähig
VW ID.3/ID.4/ID.5 (77 kWh) Ja (ab SW 3.5) 77 kWh Per Update Software-Freischaltung geplant 2025
Hyundai Ioniq 5 Ja (CCS) 58/77 kWh Ja Bis 3,6 kW V2L, V2H in Pilotprojekten
Hyundai Ioniq 6 Ja (CCS) 53/77 kWh Ja V2L serienmäßig, V2H vorbereitet
Kia EV6 Ja (CCS) 58/77 kWh Ja Gleiche Technik wie Ioniq 5
Ford F-150 Lightning Ja (CCS) 98/131 kWh Nein Bis 9,6 kW Hausstrom-Versorgung
MG ZS EV V2L (3,7 kW) 51/72 kWh Ja Externe Geräteversorgung, kein V2H
Mitsubishi Outlander PHEV Ja (CHAdeMO) 20 kWh Ja PHEV mit V2H-Funktion

Für V2H benötigst du neben einem kompatiblen Auto auch eine bidirektionale Wallbox. Diese kosten derzeit 3.000-8.000 Euro – deutlich mehr als Standard-Wallboxen. Hersteller wie Kostal, E3/DC und Fronius bieten entsprechende Systeme an. Die Installation muss vom Netzbetreiber genehmigt werden und erfordert einen speziellen Zählerschrank mit Netz-Trenneinrichtung.

Die HEMS-Steuerung bei V2H ist komplex: Das System muss den Fahrzeug-Ladestand kennen, deine Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigen und gleichzeitig die Hausversorgung sicherstellen. Typischerweise definierst du eine Mindestladung – beispielsweise 40 Prozent für 150 Kilometer Notfall-Reichweite – die nie unterschritten wird. Überschreitet die Batterie diese Schwelle, gibt das System den Überschuss für die Hausversorgung frei.

Wirtschaftlichkeit: So viel sparst du mit HEMS und E-Auto

Die Kombination aus HEMS, PV-Anlage und E-Auto senkt die Ladekosten erheblich. Ein durchschnittliches E-Auto verbraucht bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung rund 3.000 kWh Strom (bei 20 kWh/100km). Lädst du ausschließlich mit Netzstrom zu 35 Cent pro kWh, zahlst du 1.050 Euro jährlich. Mit PV-Strom zu Gestehungskosten von 8-12 Cent pro kWh sinken die Kosten auf 240-360 Euro – eine Ersparnis von 690-810 Euro pro Jahr.

Wie viel spare ich?

Die tatsächliche Ersparnis hängt vom solaren Deckungsgrad ab – also dem Anteil des E-Auto-Stroms, der aus der PV-Anlage stammt. Ohne HEMS erreichst du bei tagsüber geparktem Auto etwa 15-25 Prozent solare Deckung, da viel PV-Überschuss ungenutzt ins Netz fließt. Mit HEMS-Steuerung steigt dieser Wert auf 35-45 Prozent, mit Batteriespeicher sogar auf 60-75 Prozent. Die folgende Tabelle zeigt die Kostenvergleiche für verschiedene Szenarien bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung.

Szenario Stromquelle Kosten/kWh Jahreskosten (3.000 kWh) Ersparnis vs. Netzstrom
Reiner Netzstrom Haushalts-Netzstrom 0,35 € 1.050 €
PV ohne HEMS (15% solar) 450 kWh PV + 2.550 kWh Netz Mix: 0,31 € 930 € 120 €
PV mit HEMS (35% solar) 1.050 kWh PV + 1.950 kWh Netz Mix: 0,26 € 780 € 270 €
PV + Speicher + HEMS (60% solar) 1.800 kWh PV + 1.200 kWh Netz Mix: 0,20 € 600 € 450 €
PV + Speicher + HEMS (75% solar) 2.250 kWh PV + 750 kWh Netz Mix: 0,17 € 510 € 540 €
100% PV-Strom (theoretisch) Nur PV, großer Speicher 0,10 € 300 € 750 €

Bei 35 Prozent solarer Deckung durch HEMS sparst du also etwa 270 Euro pro Jahr gegenüber reinem Netzstrom. Ein HEMS kostet je nach Hersteller 500-1.500 Euro, amortisiert sich also in 2-6 Jahren. Hinzu kommen die Ersparnisse beim Haushalts stromverbrauch durch optimierten PV-Eigenverbrauch – typisch weitere 200-400 Euro jährlich. Die Gesamtersparnis liegt damit bei 470-670 Euro pro Jahr.

Zusätzlich profitierst du vom reduzierten Netzentgelt nach Paragraph 14a EnWG. Wallboxen mit steuerb arer Verbrauchseinrichtung erhalten einen Rabatt von 110-190 Euro jährlich auf die Netzentgelte. Dieser Vorteil kommt auch dann zum Tragen, wenn du gelegentlich mit Netzstrom lädst.

Mehr Details zur Wirtschaftlichkeit von HEMS-Systemen findest du in unserem Artikel HEMS Kosten & Preisvergleich 2025. Die Optimierung des Eigenverbrauchs über alle Verbraucher hinweg erklärt unser Ratgeber zur Eigenverbrauchsoptimierung mit HEMS.

Spezifische E-Auto-Fragen

Wie viel spart HEMS bei 7 kWp PV?
Bei 7 kWp PV und 3.000 kWh E-Auto-Bedarf erreicht HEMS etwa 35 Prozent solare Deckung, was 1.050 kWh PV-Strom entspricht. Die Ersparnis gegenüber reinem Netzstrom beträgt circa 270 Euro jährlich bei Strompreisen von 0,35 Euro pro kWh.

Wie viel spart HEMS bei 10 kWp PV?
Mit 10 kWp PV steigt die solare Deckung auf 40-45 Prozent, also 1.200-1.350 kWh PV-Strom fürs Auto. Ohne Speicher sparst du 310-350 Euro pro Jahr, mit 10 kWh Speicher bis zu 500 Euro durch 60 Prozent solare Deckung.

Wie viel km Reichweite bringt 1 Stunde PV-Laden bei 11 kW?
Bei 11 kW Wallbox-Leistung und durchschnittlichem Verbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer lädt das Auto etwa 55 Kilometer Reichweite pro Stunde nach. Bei sparsameren Modellen mit 15 kWh/100km sind es bis zu 73 Kilometer.

Brauche ich eine 11-kW- oder 22-kW-Wallbox für PV-Laden?
Für PV-Laden reicht eine 11-kW-Wallbox in den meisten Fällen aus. Nur bei sehr großen PV-Anlagen ab 12 kWp lohnt sich 22 kW, da kleinere Anlagen selten genug Überschuss für diese Leistung liefern. Eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung ist wichtiger als hohe Maximalleistung.

Kann HEMS auch mit dynamischen Tarifen kombiniert werden?
Ja, moderne HEMS kombinieren PV-Überschussladen mit dynamischen Stromtarifen. Das System lädt tagsüber mit Solarstrom und nutzt nachts günstige Netzstrompreise von 15-20 Cent pro kWh. Diese Kombination ist besonders für Vielfahrer ohne Batteriespeicher wirtschaftlich und spart zusätzlich 200-300 Euro jährlich.

Wie lange dauert eine Vollladung mit PV-Überschuss?
Die Ladedauer hängt von Batteriegröße, PV-Leistung und Wetter ab. Ein 60-kWh-Akku benötigt bei konstanten 6 kW PV-Überschuss etwa 10 Stunden. In der Praxis schwankt der Überschuss stark: Bei wechselhaftem Wetter kann die Ladung 2-3 Tage dauern, bei optimalen Bedingungen ist das Auto in 6-8 Stunden voll.

Funktioniert PV-Laden auch im Winter?
Im Winter produziert die PV-Anlage 60-80 Prozent weniger Strom als im Sommer. PV-Laden funktioniert trotzdem, aber die solare Deckung sinkt von 35-40 Prozent auf 10-15 Prozent. HEMS schaltet bei unzureichendem Überschuss automatisch auf Netzstrom oder günstige Tarifzeiten um, sodass das Auto immer geladen wird.

Wie viel Strom braucht ein E-Auto bei 10.000 km/Jahr?
Bei 10.000 Kilometern Jahresfahrleistung und 20 kWh/100km benötigt ein E-Auto 2.000 kWh Strom. Mit HEMS und 35 Prozent solarer Deckung zahlst du etwa 520 Euro pro Jahr, ohne HEMS 620 Euro – eine Ersparnis von 100 Euro durch die Steuerung.

Lohnt sich HEMS für E-Auto-Laden ohne PV-Anlage?
Ohne PV-Anlage bietet HEMS nur bei Kombination mit dynamischen Stromtarifen einen Vorteil. Das System lädt dann in günstigen Preisphasen (nachts 15-20 Cent/kWh statt tagsüber 35-40 Cent/kWh) und spart 150-250 Euro jährlich. Für PV-Besitzer ist der Nutzen deutlich größer.

Welches HEMS eignet sich am besten für E-Auto-Laden?
Systeme mit OCPP-1.6-Unterstützung bieten die breiteste Wallbox-Kompatibilität. gridX, SMA Home Manager, E3/DC und evcc (Open Source) steuern die meisten Wallboxen zuverlässig. Entscheidend sind Wetterprognose-Integration und flexible Priorisierungsregeln zwischen Auto, Speicher und Wärmepumpe.

Häufig gestellte Fragen

Ja, viele Wallboxen bieten einen einfachen Überschuss-Modus, der ohne HEMS funktioniert. Allerdings ist die Steuerung weniger präzise, da keine Haushaltsverbraucher berücksichtigt werden. Die solare Deckung liegt dann bei 20-30 Prozent statt 35-45 Prozent mit HEMS.

HEMS steuert die Wallbox, nicht das Auto direkt. Solange dein E-Auto an der Wallbox lädt, funktioniert die Steuerung unabhängig vom Fahrzeugmodell. Alle aktuellen E-Autos mit Typ-2-Stecker sind kompatibel.

Aktuelle HEMS messen alle 5-10 Sekunden den PV-Überschuss und passen die Ladeleistung innerhalb von 30-60 Sekunden an. Bei kurzen Wolkendurchzügen verhindert eine Hysterese ständiges An-/Abschalten – die Ladeleistung wird erst bei länger anhaltenden Änderungen angepasst.

Ja, HEMS unterstützt Lastmanagement für mehrere Wallboxen. Das System verteilt den verfügbaren PV-Überschuss auf beide Fahrzeuge oder lädt diese nacheinander, falls der Überschuss nicht für paralleles Laden ausreicht. Die Priorisierung ist frei konfigurierbar.

Eine größere PV-Anlage erhöht die solare Deckung beim E-Auto-Laden deutlich. Pro zusätzlichem kWp Leistung steigt der Eigenverbrauch um circa 150-200 kWh jährlich. Bei 8-10 Cent Gestehungskosten und 35 Cent vermiedenem Netzbezug sparst du 40-50 Euro pro kWp und Jahr – die Investition amortisiert sich in 12-18 Jahren.

Für die Grundfunktion PV-Überschussladen benötigen die meisten HEMS kein Internet, da die Steuerung lokal im Heimnetzwerk erfolgt. Für Wetterprognosen, dynamische Tarife und Fernzugriff per App ist jedoch eine Internetverbindung erforderlich.

PV-Laden mit niedrigeren Leistungen (3-11 kW) schont die Batterie sogar stärker als Schnellladen mit 50-150 kW. Die Anzahl der Ladezyklen ist entscheidend, nicht die Ladegeschwindigkeit. Bei 15.000 Kilometern pro Jahr und 400 Kilometer Reichweite hast du circa 40 Ladezyklen – die Batterie hält problemlos 10-15 Jahre.

Fazit: HEMS macht E-Auto-Laden wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll

Die Verbindung von HEMS und E-Auto senkt deine Ladekosten um 25-50 Prozent gegenüber reinem Netzstrom. Mit einer 7-10 kWp PV-Anlage erreichst du 35-45 Prozent solare Deckung, bei einem Batteriespeicher sogar 60-75 Prozent. Die jährliche Ersparnis liegt bei 270-540 Euro für 15.000 Kilometer Fahrleistung – ein HEMS hat sich damit in 2-5 Jahren amortisiert. Gleichzeitig reduzierst du deinen CO2-Fußabdruck um 1,2-1,8 Tonnen pro Jahr, da du Kohlestrom durch Solarenergie ersetzt.

Entscheidend für den Erfolg ist die Wahl einer HEMS-kompatiblen Wallbox mit OCPP, Modbus oder EEBUS sowie eine PV-Anlage mit ausreichender Leistung. Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung erhöhen den Eigenverbrauch zusätzlich, da sie auch bei geringem Überschuss laden können. Für Berufspendler, die tagsüber zuhause parken, funktioniert das System ohne Batteriespeicher hervorragend – wer abends lädt, profitiert von der Speicher-Kombination oder günstigen Nachtstromtarifen.

Die Technik ist ausgereift und wird durch Paragraph 14a EnWG mit reduzierten Netzentgelten finanziell gefördert. Ab 2026 macht die Abschaffung der Doppelbesteuerung auch bidirektionales Laden wirtschaftlich interessant. Wenn du bereits eine PV-Anlage mit HEMS betreibst, ist die Integration einer Wallbox der logische nächste Schritt für maximalen Eigenverbrauch und minimale Mobilitätskosten.

Redakteur dezentralo Martin Pierags

Redakteur: Martin Pierags

Gründer dezentralo

Über Martin Pierags

Martin Pierags ist Gründer von dezentralo und überzeugt: Die Energiewende braucht dezentrale Handwerksbetriebe, keine Plattform-Monopole. Mit dezentralo schafft er ein Verzeichnis, das Installateure unabhängig macht und dort sichtbar, wo Kunden heute entscheiden – in KI-Antworten, bei Google und in ihrer Region.

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