Sonnenlicht wird zu Strom - das passiert in jedem Solarmodul auf deutschen Dächern. Doch wie genau funktioniert diese Technik? Ein Solarmodul besteht aus mehreren Schichten: Solarzellen wandeln das Licht um, Glas schützt vor Wetter und ein Aluminiumrahmen gibt Stabilität.
Die Konstruktion eines Solarmoduls ist clever durchdacht. Jede Schicht hat eine bestimmte Aufgabe. Die Solarzellen bilden das Herzstück und erzeugen den Strom. Kunststofffolien isolieren die Zellen elektrisch. Das Frontglas lässt Sonnenlicht durch und hält Regen ab.
Moderne Solarmodule nutzen verschiedene Zelltypen und Bauformen. Halbzellenmodule arbeiten anders als Vollzellenmodule und bringen bei Schatten bessere Leistung. Die richtige Bauart entscheidet über den Stromertrag auf dem Dach.
Schichtfolge und Komponenten eines Solarmoduls
Die Schichtfolge eines Solarmoduls folgt einem bewährten Aufbau. An der Oberseite schützt eine Glasscheibe die darunterliegenden Komponenten. Die Glasscheibe besteht aus eisenoxidarmem Weißglas, das bis zu 96 Prozent des Lichts durchlässt. Eine Antireflexbeschichtung reduziert Verluste zusätzlich.
Aufbau von außen nach innen:
- Frontglas (3-4 mm Einscheiben-Sicherheitsglas)
- Einkapselungsfolie (EVA oder Polyolefin)
- Solarzellen (kristallines Silizium, 180-200 μm dick)
- Zweite Einkapselungsfolie
- Rückseitenfolie oder Glas
- Aluminiumrahmen (mechanische Stabilität)
Unter dem Glas liegt die erste Einkapselungsfolie aus transparentem Ethylen-Vinylacetat (EVA). Diese verbindet das Glas mit den Solarzellen und isoliert sie elektrisch. Die Solarzellen bilden die aktive Schicht - hier findet die Umwandlung von Sonnenlicht in Strom statt.
Eine zweite Einkapselungsfolie umhüllt die Solarzellen von unten. Die Rückseitenfolie bildet den Abschluss des Laminats und schützt vor Umwelteinflüssen. Weiße Folien reflektieren zusätzliches Licht zu den Zellen zurück. Der Aluminiumrahmen umschließt das gesamte Laminat und ermöglicht die Befestigung.
Aufbau und Funktion der Solarzelle
Solarzellen bestehen aus dünnen Wafern aus kristallinem Silizium mit einer Dicke von etwa 180 bis 200 Mikrometern. Die Herstellung erfolgt durch Sägen aus Siliziumblöcken. Der Wafer erhält verschiedene Schichten durch Dotierung:
Dotierung und elektrisches Feld:
- Obere Schicht: Mit Phosphor dotiert (negative Ladungsträger)
- Untere Schicht: Mit Bor dotiert (positive Ladungsträger)
- Grenzschicht: Elektrisches Feld trennt Ladungsträger
- Metallkontakte: Sammeln die Elektronen
An der Grenze zwischen beiden Schichten entsteht ein elektrisches Feld. Dieses Feld trennt die durch Licht erzeugten Ladungsträger. Die Elektronen wandern zur negativen Seite, die Löcher zur positiven Seite. Metallkontakte auf der Vorder- und Rückseite sammeln die Ladungsträger.
Auf der Vorderseite sind dies feine Silberlinien, die sogenannten Finger. Sie leiten den Strom zu breiteren Sammelschienen. Die Rückseite trägt meist eine vollflächige Aluminiumschicht, die die positiven Ladungsträger sammelt. Eine Antireflexschicht auf der Vorderseite reduziert Verluste und verleiht der Zelle die typische bläuliche Farbe.
Typen: Monokristallin, Polykristallin, Dünnschicht
| Typ | Wirkungsgrad | Optik | Herstellung | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Monokristallin | 20-23% | Einheitlich dunkel | Czochralski-Verfahren | Hoch |
| Polykristallin | 15-18% | Bläuliches Muster | Blockguss | Mittel |
| Dünnschicht | 10-13% | Gleichmäßig | Aufdampfen | Niedrig |
Monokristalline Solarmodule verwenden Wafer aus einem einzigen Siliziumkristall. Diese Hochleistungsmodule erreichen Wirkungsgrade von über 20 Prozent und erkennt man an der einheitlich dunklen Farbe. Die Herstellung erfolgt nach dem Czochralski-Verfahren, bei dem ein großer Siliziumkristall aus einer Schmelze wächst.
Polykristalline Solarmodule bestehen aus vielen kleinen Kristallen. Diese Module haben einen etwas geringeren Wirkungsgrad von 15 bis 18 Prozent. Die polykristalline Struktur erzeugt das charakteristische bläuliche Muster. Bei der Herstellung wird flüssiges Silizium in Formen gegossen - während der Abkühlung bilden sich viele kleine Kristalle.
Dünnschichtmodule verwenden völlig andere Materialien und Herstellungsverfahren. Amorphes Silizium wird direkt auf Glas oder andere Substrate aufgedampft. Diese Module sind flexibel und kostengünstig, haben aber geringere Wirkungsgrade. Sie eignen sich für spezielle Anwendungen wie gebäudeintegrierte Photovoltaik.
Wirkungsgrad und Leistungsverlust
Der Modulwirkungsgrad zeigt, wie viel Sonnenlicht ein Photovoltaikmodul in Strom umwandelt. Moderne Photovoltaikmodule erreichen Wirkungsgrade zwischen 18 und 22 Prozent. Premium-Module schaffen sogar bis zu 25 Prozent.
Temperaturabhängigkeit beeinflusst die Leistung stark:
- Pro Grad über 25°C sinkt die Leistung um 0,3 bis 0,5 Prozent
- Heiße Sommertage reduzieren die Ausbeute
- Gute Belüftung verhindert Überhitzung
- Hinterlüftete Montage bringt 5-10% Mehrertrag
Die Alterung verursacht kontinuierlichen Leistungsverlust. Photovoltaikmodule verlieren jährlich etwa 0,5 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Nach 25 Jahren garantieren Hersteller meist noch 80 Prozent der Anfangsleistung.
| Einflussfaktor | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Temperatur (+10°C) | -3 bis -5% Leistung | Hinterlüftung |
| Verschattung | Bis zu -90% möglich | Bypass-Dioden, Optimierer |
| Verschmutzung | -2 bis -7% Leistung | Regelmäßige Reinigung |
| Alterung (pro Jahr) | -0,5% Leistung | Hochwertige Module |
Verschattung wirkt dramatisch auf den Ertrag. Bereits kleine Schatten können ganze Modulreihen beeinträchtigen. Bypass-Dioden begrenzen Verluste, indem sie verschattete Zellen überbrücken. Verschmutzung durch Staub oder Vogelkot mindert die Ausbeute ebenfalls - regelmäßige Reinigung hilft.
Montagearten und Systemintegration
Die Aufdachmontage bleibt die häufigste Installationsart für Photovoltaikanlagen. Dachhaken fixieren die Unterkonstruktion am Dachstuhl. Diese Methode schont die Dachsubstanz und ermöglicht Hinterlüftung.
| Montagetyp | Belüftung | Montageaufwand | Kosten |
|---|---|---|---|
| Aufdach | Sehr gut | Mittel | Niedrig |
| Indach | Begrenzt | Hoch | Hoch |
| Flachdach | Gut | Niedrig | Mittel |
Der Neigungswinkel beeinflusst den Energieertrag erheblich. Optimal sind 30 bis 35 Grad Neigung mit Südausrichtung. Abweichungen reduzieren die Ausbeute spürbar. Die Unterkonstruktion muss Windlasten und Schneemassen standhalten. Aluminium-Profile bieten Korrosionsschutz und lange Haltbarkeit.
Systemkomponenten einer Photovoltaikanlage:
- Wechselrichter: Wandelt Gleichstrom in Wechselstrom
- Stromzähler: Erfasst Erzeugung und Verbrauch
- Batteriespeicher: Puffert überschüssigen Solarstrom
- Energiemanagementsystem: Steuert Verbraucher
- Monitoring: Überwacht Anlagenleistung
Eine vollständige Photovoltaikanlage besteht aus mehreren Komponenten. Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom aus den Modulen in Wechselstrom um. String-Wechselrichter verarbeiten mehrere Module gemeinsam, während Mikrowechselrichter pro Modul separat arbeiten und Verschattungsverluste reduzieren.
Häufig gestellte Fragen
Solarmodule bestehen aus mehreren Komponenten, die zusammen ein funktionsfähiges System bilden. Das Kernmaterial der Solarzellen ist Silizium, ein Halbleitermaterial. Die Frontseite schützt eine Glasplatte aus Einscheiben-Sicherheitsglas, die das Sonnenlicht durchlässt und Wind und Wetter abhält. Zwischen den Komponenten befindet sich eine Einbettungsfolie aus Ethylenvinylacetat oder Polyolefin, die die Zellen elektrisch isoliert. Die Rückseite verschließt eine witterungsbeständige Folie oder Glasplatte. Ein Rahmen aus Aluminium oder Edelstahl gibt dem Modul Stabilität.
Die Sonnenstrahlung trifft in Form von Photonen auf die Solarzelle. Diese Lichtteilchen lösen Elektronen aus den Siliziumatomen heraus. Die Solarzelle hat eine positive und eine negative Seite - wenn man Leiter an beide Seiten anschließt, entsteht ein Stromkreis. Die freigesetzten Elektronen fließen durch diesen Stromkreis und erzeugen elektrischen Gleichstrom, den man nutzen kann. Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom anschließend in Wechselstrom für das Hausnetz um.
Es gibt zwei Haupttypen von Silizium-Solarzellen. Monokristalline Zellen bestehen aus einem einzigen Kristall und haben einen höheren Wirkungsgrad von 20-23 Prozent. Die Elektronen können sich besser bewegen und erzeugen mehr elektrische Leistung. Polykristalline Zellen setzen sich aus mehreren kleinen Kristallen zusammen und sind günstiger in der Herstellung, erreichen aber einen etwas niedrigeren Wirkungsgrad von 15-18 Prozent. Zusätzlich gibt es Dünnschicht-Solarzellen mit 10-13 Prozent Wirkungsgrad, die andere Materialien verwenden und flexibler einsetzbar sind.
Die Sonneneinstrahlung bestimmt maßgeblich die Leistung eines Solarmoduls - je stärker die Einstrahlung, desto mehr Strom wird erzeugt. Die Temperatur spielt eine große Rolle, da hohe Temperaturen den Wirkungsgrad reduzieren (pro Grad über 25°C sinkt die Leistung um 0,3-0,5%). Verschattung mindert die Leistung erheblich - schon kleine Schatten können die Stromproduktion deutlich verringern. Der Neigungswinkel und die Ausrichtung beeinflussen die Effizienz, optimal sind 30 bis 35 Grad Neigung nach Süden. Verschmutzungen auf der Glasoberfläche reduzieren die Lichtdurchlässigkeit, regelmäßige Reinigung kann die Leistung um 2-7% verbessern.
Hochwertige Solarmodule halten 25 bis 30 Jahre oder länger. Die meisten Hersteller geben Leistungsgarantien über 20 bis 25 Jahre. Die Module verlieren im Lauf der Zeit langsam an Leistung - typisch ist ein jährlicher Leistungsverlust von 0,5 bis 0,8 Prozent. Tests simulieren die Alterung unter extremen Bedingungen, dazu gehören Temperaturwechsel, Feuchtigkeit und mechanische Belastungen. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von der Qualität der Komponenten und den Umweltbedingungen am Standort ab.